Gleichstellungs- beauftragte geht in den Ruhestand

Gleichstellungs- beauftragte geht in den Ruhestand


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Seit dem 1. April 1994 ist sie bei der Stadt Aachen. Da hatte sie im damaligen Frauenbüro das für Sozialarbeiterinnen vorgeschriebenen Anerkennungsjahr abgeleistet. "Ich bin dann geblieben", erklärt Roswitha Damen, die nun scheidende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen. Seit 1997 war sie zunächst Frauenbeauftragte, später Gleichstellungsbeauftragte sowohl für das gesamte Stadtgebiet wie auch für die Stadtverwaltung Aachen. Zum 1. April des kommenden Jahres geht sie in den Ruhestand. Doch vorher müssen noch Urlaub und Überstunden "abgefeiert" werden. Deshalb wird in der kommenden Woche Damens letzter Arbeitstag sein. Und deshalb hatte Oberbürgermeister Marcel Philipp auch heute (Freitag, 7. Dezember 2018) zu einem Empfang in das Aachener Rathaus eingeladen. Viele Wegbegleiterinnen, Freundinnen und Unterstützerinnen aus den verschiedensten Institutionen, aus Politik und Verwaltung, Frauen und Männer waren der Einladung gefolgt.
Ein Bild, das Kontinuität erwarten lässt: Oberbürgermeister Marcel Philipp mit Roswitha Damen (Mitte) und ihrer Nachfolgerin Sabine Bausch (rechts) Fotos: © Stadt Aachen / Andreas Herrmann
Verabschiedung im RathausOberbürgermeister Marcel Philipp stellte denn auch heraus: "Abschied feiert man nur einmal – und hier ist es gleichzeitig auch noch beinahe ein Silberjubiläum. Das ist schon etwas Besonderes!" Das Studium der Sozialarbeit hat Roswitha Damen erst im Alter von 37 Jahren begonnen, erläuterte er. Der Oberbürgermeister weiter: "Es ist schon bemerkenswert, wie lange Sie dann die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten wahrgenommen haben. Sie haben Gleichstellung immer, wie es nötig ist, von beiden Seiten und da, wo es nötig ist, betrachtet."
Sichtlich gerührt gab Damen zum Abschluss auch Lob an ihren "früheren" Arbeitgeber weiter: "Das ist schon ganz gut so, wie es hier bei der Stadtverwaltung ist", sagt sie und erklärte: "Wenn ich da an den Väterurlaub denke, den frisch gebackene Väter für zwei Wochen nach der Geburt ihres Kindes bekommen. Oder Telearbeit und mobiles Arbeiten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das klappt in der Stadtverwaltung sehr gut." Ihr persönliches Resümee: "Die Arbeit hat auch ganz oft ganz viel Spaß gemacht!"
Eine ChronologieDie Zeiten ändern sich – das zeigt auch die Entwicklung in der Gleichstellungsstelle. Aus "Frauenbüro" und "Frauenförderplan" wurde 2003 die Gleichstellungsstelle und der Gleichstellungsplan. "Das war davor schon merkwürdig", erinnert sich Damen. "Da wollte ein MANN Erziehungsurlaub nehmen und dem musste ich sagen, das stehe ihm zu, das sei so im FRAUENförderplan der Stadt Aachen festgeschrieben!" Und weiter: "Das war aber gut, wenn die Männer Erziehungsurlaub nahmen, die Frauen arbeiten gingen und sahen, dass ihr Kind trotzdem ‚überlebte‘ …".
Roswitha Damen sagt von sich selbst, dass sie heute nicht mehr so hart urteile wie in den Anfängen ihrer Tätigkeit als Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragte. "Aber ich bin zum Teil viel Konsequenter als früher! Das haben meine Verhandlungspartnerinnen und -partner gemerkt. Aber, es gibt auch noch viel zu tun. Früher Frauen oft die Zuarbeit für die Männer gemacht haben, heute präsentieren die jungen Frauen selbstbewusst und mit Stolz ihre Arbeit zum Beispiel in den Fachausschüssen und im Rat der Stadt." Aber das ist laut Damen noch lange nicht die Regel. "Ich würde mir wünschen, dass in den Kitas mehr Männer und bei der Feuerwehr mehr Frauen arbeiten werden. Das geht! Ich sehe da die Entwicklung der letzten Jahre positiv, es gibt zwar Bereiche, in denen alles langsamer geht, aber es geht voran. Jedoch: Man muss auch aufpassen, dass es nicht wieder zurück geht in die entgegengesetzte Richtung. Bei Forderungen wie Mütter sollen ihre Kinder zu Hause erziehen, klingt das für mich so."
Immer in Zusammenarbeit auch mit anderen AkteurenGerade läuft in der Volkshochschule in der Peterstraße die Ausstellung "100 Jahre Frauenwahlrecht" aus, die letzte Ausstellung, an der auch Roswitha Damen maßgeblich mitgewirkt hat.
Roswitha Damen ist als hervorragende Netzwerkerin bekannt; sie hat die unterschiedlichsten Organisationen und Interessengruppen in unserer Stadt zusammen gebracht, hat zahlreiche Ausstellungen und Workshops, Fortbildungen und Vortragsveranstaltungen meist maßgeblich mitorganisiert und auf den Weg gebracht. Flyer und umfangreiche Broschüren sind ebenfalls so entstanden. Immer hat sie mit anderen Multiplikatorinnen und verschiedensten Institutionen z.B. Arbeitsagentur, VHS, Gewerkschaften, Werkstatt der Kulturen, Rahaward, Gleichstellungsbeauftragte der Städteregion Aachen, FrauenNetzWerk und politischen Parteien zusammen gearbeitet und das Gespräch miteinander nicht vernachlässigt.
Arbeit für die Stadtverwaltung und die Stadt Aachen insgesamtIn der Stadtverwaltung gehörte der Karriereförderung von Frauen immer ein Augenmerk von Roswitha Damen und damit auch die Beratung von Kolleginnen und Kollegen zu den unterschiedlichsten Bereichen – z.B. Bewerbung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Teilzeitarbeit oder Wiedereinstieg in den Beruf.
Als Highlights in ihrer Arbeit insgesamt bezeichnet Damen rückblickend den Mädchentag, die Verabschiedung des Frauenförderplanes im Rat, die Einrichtung des Väterurlaubes bei der Stadt, die vielen Frauenmessen und die Infobörse Wiedereinstieg in den Beruf – neben vielen anderen.
Resümee von Roswitha Damen: "Es braucht keine neuen Gesetze, um die Gleichstellung von Frauen und Männern umzusetzen – wir müssen nur daran arbeiten, die bestehenden auch umzusetzen."
Ab Januar des nächsten Jahres ist Sabine Bausch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen. Sie ist bislang bei der RWTH im Bereich Koordinierungsstelle der Landeskonferenz der Hochschul-Gleichstellungsbeauftragten tätig.
Herausgegeben am 10.12.2018
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Zahlen & Fakten: Stadtname:
Aachen

Bundesland:
Nordrhein-Westfalen

Regierungsbezirk:
Köln

Landkreis:
kreisfreie Stadt und Städteregion Aachen

Höhe:
173 m ü. NN

Fläche:
160,83 km²

Einwohner:
258.380

Autokennzeichen:
AC

Vorwahl:
0241 / 02403 / 02405 / 02407 / 02408

Gemeinde-
schlüssel:

05 3 34 002



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